Es gibt Menschen, die soziales Engagement als Aufgabe sehen. Und es gibt Menschen wie Ingo Sperling, bei denen man schnell spürt, dass dahinter noch mehr steckt: Haltung, Verantwortung und eine sehr persönliche Motivation. Wenn der Krefelder Gastronom über seine Unterstützung für die Stiftung KinderHerz spricht, was ihn antreibt, dann macht er das nicht mit großen Worten, sondern ruhig und ehrlich – auf eine Weise, die deutlich macht, warum ihm dieses Thema so nah geht.

Ein gemeinsamer Gedanke, der bleibt
Schon lange bevor die Stiftung KinderHerz Teil seines Lebens wird, engagiert sich der Gastronom und Sommerlier mit seiner Frau für soziale Projekte: Zusammen organisieren sie Benefizaktionen für Familien schwer kranker Kinder, für ein Kinderhospiz oder die Kindertafel. Aus kleinen Ideen werden größere Charity-Veranstaltungen, aus einzelnen Aktionen eine Haltung, die bleibt. „Wir haben immer gesagt, dass wir mindestens einmal im Jahr etwas machen möchten, um anderen etwas Gutes zu tun“, erzählt er.
2018 verstirbt seine Frau mit nur 44 Jahren. Vieles verschiebt sich in dieser Zeit, wird leiser – und doch bleibt ein gemeinsamer Gedanke bestehen, vielleicht sogar klarer als zuvor. „Ich wollte unser soziales Engagement unbedingt weitertragen“, sagt er. „Als Teil ihres Vermächtnisses.“ Gleichzeitig bekommt das Thema Herz für ihn eine sehr persönliche Dimension. In einer ohnehin belastenden Lebenszeit erleidet er selbst einen Herzinfarkt – ein Einschnitt, der den Blick auf Gesundheit, Verletzlichkeit und Prioritäten nachhaltig verändert und das Thema für ihn greifbarer macht. „Das ist meine Brücke zu den Kindern mit Herzfehlern.“
Wenn die kleinsten Herzen im Mittelpunkt stehen
Als er dann durch seinen Küchenchef Philipp Rümmele, mit dem er seit ein paar Jahren gemeinsam das Restaurant Verve in Krefeld führt, schließlich auf die Stiftung KinderHerz aufmerksam wird, spürt er sofort eine Verbindung. Über Guido Fritz, Gründer der ChefHeads, der die Stiftung bereits seit vielen Jahren unterstützt, entsteht der Kontakt zur Stiftung. Und gleich im ersten Gespräch mit Sylvia Paul, Vorstand der Stiftung, entwickelt sich eine eigene Dynamik: „Sie hat mir unglaublich imponiert“, sagt er. „Ich habe sofort gemerkt, dass da ganz viel Herzblut hinter steht – und dass sie mit voller Überzeugung für ihre Sache kämpft.“
Je intensiver er sich mit der Arbeit der Stiftung beschäftigt, desto klarer wird ihm, wie viel dort tatsächlich bewegt wird. Nicht theoretisch, sondern ganz konkret. Für Familien, die plötzlich mit Diagnosen, Operationen und Ängsten leben müssen. Für medizinische Forschung, die Hoffnung gibt – und gleichzeitig enorme finanzielle Mittel erfordert. Vor allem aber sind es die Kinder selbst, die ihn nicht loslassen. Die kleinen Herzen, die oft schon kämpfen müssen, kaum dass sie das Licht der Welt erblickt haben. Die dringend auf medizinische Hilfe angewiesen sind, noch bevor ihr Leben richtig begonnen hat. „Wenn einen das nicht berührt, weiß ich auch nicht“, sagt er leise. Dass gerade diese Kinder gesellschaftlich wenig Aufmerksamkeit bekommen, beschäftigt ihn dabei besonders. „Das Thema hat keine riesige Lobby“, sagt er offen. „Und genau deshalb ist es mir wichtig, diesen Kindern ein Gesicht und eine Stimme zu geben.“
Ein gemeinsamer Nachmittag als Impulsgeber
Vielleicht ist genau das der Grund, warum das geplante Charity-Event für Ingo Sperling weit mehr ist als eine Benefizveranstaltung. „Die Kleinsten und Schwächsten in unserer Gesellschaft brauchen eine Bühne“, sagt er. „Damit sie am Leben teilhaben dürfen.“ Natürlich geht es an diesem kulinarischen Nachmittag auch darum, Spenden zu sammeln. Vor allem aber soll Raum für Begegnungen entstehen – für Gespräche, für Austausch und für ein Thema, das viel zu oft im Hintergrund bleibt. Deshalb werden neben den renommierten Köchinnen und Köchen, die für das leibliche Wohl der Gäste sorgen, auch Ärztinnen, Ärzte und Vertreter der Stiftung vor Ort sein und Einblicke in ihre Arbeit geben. Nicht als klassischer Programmpunkt, sondern als selbstverständlicher Teil des Geschehens. Gastgeber Ingo Sperling selbst freut sich dabei besonders auf die Gespräche mit den Medizinerinnen und Medizinern. „Das sind Koryphäen auf ihrem Gebiet“, sagt er. „Und gleichzeitig Menschen, die jeden Tag für diese Kinder kämpfen.“
Wenn aus einem Moment etwas Bleibendes entsteht
Was von diesem Tag am Ende bleiben soll? Seine Antwort kommt ohne großes Nachdenken: „Ich wünsche mir, dass die Menschen danach anders auf dieses Thema schauen.“ Damit etwas entsteht, das weit über einen schönen gemeinsamen Nachmittag hinausreicht. Ein Impuls, der nachwirkt – im Denken, im Fühlen und vielleicht auch im Handeln. Ein Perspektivwechsel, der den Blick auf betroffene Kinder und ihre Familien verändert und das Thema aus der Distanz holt, näher an die eigene Wahrnehmung heran. Für Ingo Sperling wäre genau das der eigentliche Erfolg: wenn aus einem schönen gemeinsamen Moment etwas entsteht, das bleibt.






